Die Geschichte der Festung Kufstein

Festung Kufstein

Das Wahrzeichen der Stadt Kufstein, die Festung mit ihrem Freigelände, ist ein beliebtes Ausflugsziel in Nordtirol.

Sie ist eine der eindrucksvollsten mittelalterlichen Anlagen in Tirol und liegt auf einem Hügel über der Stadt Kufstein. Diese Festung wurde bereits sehr früh gebaut, um den Eingang vom Voralpenland ins Inntal zu kontrollieren. Sie wurde erstmals 1205 n. Chr. erwähnt, als sie im Besitz der Regensburger Bischöfe war. Im Laufe der Zeit wurde die Festung ausgebaut und seit 1924 ist sie im Besitz der Stadt Kufstein.

Die Festung wird zum ersten Mal in einem Dokument von 1205 erwähnt, wo sie Castrum Caofstein heißt. Zu dieser Zeit war sie im Besitz des bayerischen Herzogs Ludwig und des Bischofs von Regensburg. Im Jahr 1415 wurde sie von Ludwig VII., Herzog von Bayern, verstärkt. Sie war eine heftig umkämpfte Festung zwischen Bayern und Tirol und spielte eine entscheidende Rolle in einem bewaffneten Konflikt im Jahr 1336, als Markgraf Karl von Mähren seine Verfolgung der Bayern aufgeben musste, als die Festung seine Route blockierte.

1342 erhielt Margarete ”Maultasch”, Herzogin von Tirol, Kufstein als Hochzeitsgeschenk von ihrem Ehemann Ludwig von Brandenburg, Sohn des Kaisers Ludwig von Bayern. Dies war das erste Mal, dass Kufstein Teil von Tirol wurde.

Margarete, genannt Margarete Maultasch (1318 – 3. Oktober 1369)

Sie war die letzte Gräfin von Tirol aus dem Hause Görz (Meinhardiner). Nach ihrem Tod wurde Tirol mit den österreichischen Erbländern der Habsburger Dynastie vereint.

Nach dem plötzlichen Tod ihres Ehemannes Ludwig im Jahr 1361 folgte ihr Sohn Meinhard III. seinem Vater als Herzog von Oberbayern und Graf von Tirol. Meinhard starb jedoch weniger als zwei Jahre später ohne Erben und knapp einen Monat vor dem 21. Lebensjahr. Sein Tod löste eine Invasion seines wittelsbachischen Onkels Herzog Stephan II. von Bayern-Landshut aus. Stephen verbündete sich mit Bernabò Visconti, vereinigte Landshut mit Meinhards Oberbayernland und beanspruchte Tirol. Margaret wurde schließlich gezwungen, die Grafschaft Tirol an den Schwager ihres verstorbenen Sohnes, den Habsburger Herzog (und selbst ernannten ”Erzherzog”) Rudolf IV. von Österreich, auszuhändigen, der sich schließlich mit den österreichischen Herrschaften vereinte. Der Konflikt um Tirol wurde durch den Frieden von Schärding 1369 zwischen Rudolfs Bruder und Nachfolger Herzog Albert III. von Österreich und Herzog Stephan II. von Bayern geregelt, dessen finanzieller Ausgleich nach Margarets Tod notwendig war.

Margaret starb 1369 im Wiener Exil und ist in der Minoritenkirche beigesetzt.

Margarets feudaler Erbe wäre der Sohn ihres älteren Cousins ​​gewesen, Friedrich III. von Aragon, Herrscher der Insel Sizilien. Nach seiner Linie wäre die Nachfolge 1401 an Joanna von Aragon, Gräfin von Foix, und 1407 an Yolande von Aragon, Königin von Neapel (beide Töchter von Johann I., König von Aragon) gegangen. Erst 1740 würde dieser Abstieg mit den Tirolern zusammentreffen, als auch Maria Theresia, Ehefrau des aragonischen Thronfolgers Franz III., Herzog von Lothringen, nach Tirol gelangte.

Die Festung als Hochzeitsgeschenk

Als Margarete 1363 ganz Tirol an den Habsburger Herzog Rudolph IV. aushändigte, verlangten die Bayern, dass sie ihr ursprüngliches Hochzeitsgeschenk zurückgeben musste und sie konnten endlich in Kufstein einmarschieren.

Im Jahr 1504 wurden die Stadt und die Festung von Kaiser Maximilian I. belagert und erobert. Maximilian ließ den massiven Rundturm zwischen 1518 und 1522 erbauen, was ihre Verteidigungsfähigkeit erheblich verbesserte. Von 1703 bis 1805 war die Festung in bayerischem Besitz, und kehrte im Jahre 1814 wieder in österreichische Hand zurück.

Auf jeden Fall ist diese Festung immer einen Besuch wert!